Gerätturnen im TUS Gau-Bischofsheim

Mit dem Bau der Sporthalle 1976 in Gau-Bischofsheim entwickelte sich das Gerätturnen. Unter Frau Doris Pfleiderer wurden viele Turngruppen neu gebildet. 1984 besuchten erstmals Gau-Bischofsheimer Kinder wieder ein Kinder- und Jugendturnfest des Turngaues Mainz mit dem neuen Übungsleiter Manfred Hock. 1986 traten erstmals die Nachwuchsturner anlässlich des Dorfgemeinschaftsabends zur 10. Jahresfeier der Sporthalle in einheitlicher Turnkleidung auf. Sie lösten große Begeisterung beim Bodenturnen und Trampolinspringen unter ihren Übungsleitern Manfred Engelhardt und Manfred Hock aus. 1987 nahm erstmals in Berlin mit Stefan Hanf ein Gau-Bischofsheimer an einem Deutschen Turnfest teil. Hanf belegte unter 1400 Teilnehmern seines Jahrganges 1973 den 44. Platz. Stefan Hanf war in dieser Klasse bester Rheinhesse und zweitbester Rheinland-Pfälzer.
1988 verweilte im Rahmen der Sportwoche des TuS die Juniorenturner der ungarischen Nationalmannschaft. Nach 9 Jahren im Kunstturnen wurde Stefan Hanf erstmals die Möglichkeit geboten, in Budapest mit ungarischen Nationalturnern 1 Woche zu trainieren. Müde aber zufrieden, kehrte Stefan von seinem "Urlaubstrip" zurück.
1988 zeigten sich auch die ersten Früchte der Übungsleiterin Jutta Hock und Karin Schad und deren Mädchenriege. Auf Initiative des damaligen Bürgermeisters, Karl-Heinz Behlendorf, erhielt die Mädchenriege als Grundstock eine private Geldspende von 500DM. So konnte mit Unterstützung des Vereins ein Reckbarren gekauft werden. Ein weiterer Höhepunkt für 1988 waren der Besuch des Turner-und Jugendheimes auf der Loreley, anlässlich der Veranstaltung "Rhein in Flammen".
1989 schaffte Stefan Hanf als erster Gau-Bischofsheimer die Qualifikation an einer Deutschen Meisterschaft der Junioren im Kunstturnen. Einen Tag vor dem ersehnten und monatelang vorbereiteten Wettkampf musste Stefan wegen eines am Seitpferd zugezogenen Bänderriss der rechten Hand auf den Operationstisch. Monatelanger Vorbereitungstraining war umsonst.
Erstmals in der Geschichte des TuS besuchten 14 Gau-Bischofsheimer das Deutsche Turnfest 1990 in Bochum. Stefan Hanf war hier wieder mit dem 8. Platz unter 2.200 Teilnehmern der erfolgreichste Nachwuchsturner aus Rheinhessen. Auch übernahm der TuS Gau-Bischofsheim erstmals ein Gauturnfest des Turngaues Mainz mit 1.500 Teilnehmern. Thomas Hennemann entwickelte sich ebenso zu einem leistungsstarken Gerätturner und wurde 1992 erster beim Landesentscheid Rheinhessen und bei den Rheinland-Pfalzmeisterschaften zweiter. 1993, beim Landesturnfest von Rheinland-Pfalz in Trier gelang ihm der 1. Platz. Stefan Hanf erkämpfte sich bei den Deutschen Mehrkampfmeisterschaften in Salzgitter im Deutschen Zehnkampf der Männer den 20. Platz.
1994, beim Deutschen Turnfest in Hamburg nahmen gar 20 Gau-Bischofsheimer teil. Hier erturnte Thomas Henneman den 3. Platz im Gerätevierkampf der B Jugend und Stefan Hanf den 13. Platz bei den Aktiven.
Nach der Wiedervereinigung 1989 besuchten die Gau-Bischofsheimer ab 1993 bis heute jährlich das Meißener Hallturnfest.
1992 nach beruflichen Wechsel des Trainers Manfred Hock nach Dresden übernahmen Hartmut Scherner und Thomas Krug teilweise das Training. Manfred Hock stand nur noch freitags und zu Wettkämpfen zur Verfügung. Es muss als besondere Leistung dieser Turner mit Marek Seiter betrachtet werden, dass sie sich in jungen Jahren alleine so geschlagen haben und dem Gerätturnen treu geblieben sind.
2001 übernahm Manfred Hock wieder voll das Training. 2001 kam Frank Flick, ein ehemaliger Mehrkämpfer von der TG Budenheim nach Gau-Bischofsheim und schloss sich den Gerätturnern an, was sich als großes Glück erwies. Der 35 jährige begann nach 10-jähriger Turnpause wieder mit dem Gerätturnen, was sich sehr positiv auf Hartmut Scherner, Thomas Krug, und Marek Seiter auswirkte. Frank ist in jeder Beziehung ein Vorbild. Einsatz, Härte, Lernbereitschaft und sauberes Haltungsturnen zeichnen ihn aus. Er hat mit 36 Jahren noch den Salto am Reck gelernt. Diese Vorbildfunktion wirkte sich auf alle Turner aus. 2001 errang man bei den Rheinland-Pfalz Mannschaftsmeisterschaften den Titel im Gerätturnen vor dem TV Bad Bergzabern. 2002 und 2003 reichte es "nur" zu einem zweiten Platz hinter dem TV Bad Bergzabern.
Beim Stadtfest in Bischofsheim/Rhön gelang es den Gau-Bischofsheimern erstmals mit einer Schaunummer am Hochreck des ehemaligen OlympiasiegerS am Reck und jetzigen Bundestagsabgeordneten Eberhard Gienger zu dritt gleichzeitig am Reck zu turnen.
Ihr Trainer und Sportwart des Rheinhessischen Turnerbundes Manfred Hock, ist nach seinem beruflichen Ende in Dresden nach wie vor unternehmungslustig und hat noch einiges mit den Turnern vor.
2003 nimmt Frank Flick erstmals bei den Deutschen Meisterschaften im Mehrkampf teil. Im Jahnneunkampf der Männer trat er in turnerischen, leichtathletischen und schwimmerischen Disziplinen an. Am Ende springt ein hervorragender 9. Platz heraus.