Erste Mannschaft stabil, Zweite auf der Suche nach Orientierung

Aus dem Leben einer Fahne oder „Wann ist lang lang genug?“

Mit gemischten Gefühlen blicken die beiden Aktivenmannschaften der Spielgemeinschaft Harxheim/Gau-Bischofsheim auf den weiten Ausflug zum idyllisch gelegenen, aber nicht leicht zu bespielenden Trechtingshausener Hartplatz zurück. Für die Erste gab es ein leistungsgerechtes Unentschieden in einem zerfahrenen und kampfbetonten Spiel. Hart, aber fair und nicht besonders schön anzusehen. Beide Mannschaften hätten auch 1:0 gewinnen oder verlieren können. Die Gastgeber hatten zwei klare Chancen, ein wg. Abseits nicht gegebenes Tor und ein freistehend aus wenigen Metern über das Tor gesetzter Ball, ansonsten hatte Torhüter Christian Horn über 90 Minuten keine Veranlassung, irgendetwas zu parieren. Ähnlich ging es seinem Gegenüber, der sich zwar 5-6 mal Stürmern der SG gegenüber sah, aber entweder wurde verstolpert oder nicht abgespielt, einmal hielt er glänzend. Der Schiedsrichter passte sich den Leistungen der Teams an und pfiff auf Verdacht alles ab, was in den Rücken der Abwehr oder über die Außen gespielt wurde, es könnte ja Abseits sein. Ein Wort zur heutigen Berichterstattung in der Allgemeinen Zeitung: Es ist verständlich, dass aus Zeit- und Geldgründen jeweils nur ein Vertreter der Heimmannschaft telefonisch abgefragt wird. Zumeist sind die Einschätzungen dennoch einigermaßen objektiv. Das war heute anders und mag mit der Tabellensituation der Gastgeber zu tun haben, was ausdrücklich nicht als Häme gemeint ist. Offensichtlich war da einfach der Frust größer als bei den Harxheim/Gau-Bischofsheimern. Das Erfreulichste an der Begegnung war, dass die Mannschaft deutlich stabiler ist als im Vorjahr, als die A-Jugendlichen ins kalte Wasser geworfen werden mussten. Ein derartig kampfbetontes, laufintensives und hektisches Spiel hätte man in der letzten Saison möglicherweise noch verloren. Dazu trägt sicher auch bei, dass nach Wechseln keinerlei Brüche entstehen.

Der eigentliche Höhepunkt des Tages spielte sich am Spielfeldrand ab, als der von der SG gestellte Linienrichter vom Schiri ermahnt wurde, die Fahne länger hoch zu halten, daraufhin fragte, wie lange lang genug sei und bei nächster Gelegenheit vom Schiedsrichter „gefeuert“ wurde. Weil er die Fahne zulange oben ließ.

Nichts zu lachen gab es für die Zweite Mannschaft – ein ebenso unansehnliches Spiel mit anderem Ausgang. Hier nutzen unsere Männer ihre Chancen ebenfalls nicht, mussten aber kurz vor Ende der Partie einen sehr gut geschossenen Freistoß zum 0:1 kassieren. Eine vermeidbare Niederlage, die das Team weiter im Keller verharren lässt. Es ist der Mannschaft zu wünschen, dass die Trainersuche bald von Erfolg gekrönt ist.

Der nächste Gegner kommt bestimmt, diesmal aus Oppenheim, deren Zweite gut in die Saison gestartet und bereits 31 Treffer erzielt hat.

Auch die Erste darf sich mit den Oppenheimern messen, die zwei Plätze vor der SG liegen und nur mit einer Leistungssteigerung gegenüber dem Spiel vom Wochenende zu schlagen sein werden. Beide Spiele am Sonntag, 23. Oktober, und beide hoffentlich mit so vielen Zuschauern wie bisher.