Die im Regen tanzen

Monatelange Aufholjagd der SG - hoffentlich - im allerletzten Moment belohnt!

Was die Mannschaft selbst tun konnte, hat sie getan. Jetzt tanzt und brüllt sie im strömenden Regen, weit weg auf der anderen Platzhälfte, ganz unter sich, ein blaues Knäuel, dass sich auf und ab bewegt.

60 mitgereiste Fans ducken sich erleichtert unter ihre Regenschirme und verarbeiten ein Heimspiel das keines war. Die Plätze in Harxheim und Gau-Bischofsheim standen unter Wasser, eine Spielabsage drohte. Und das vor dem allerletzten entscheidenden Spiel. Bloß keine Spielabsage, lautete die Devise nach der Platzbesichtigung am Sonntagvormittag daheim, denn die Mannschaft hat einen Lauf und der sollte, mußte weitergehen. Die Kombinierten wollten die einen Punkt vor ihnen liegenden Laubenheimer überholen, um den aller Voraussicht nach rettenden dreizehnten Tabellenplatz zu erreichen - egal wo und bei welchem Wetter. Der Verband und der Gegner aus Trechtingshausen stimmten der Verlegung auf den Nackenheimer Kunstrasen zu, 60 Fans folgten. 48 Sekunden gespielt, Dennis Weimer geht über links, spielt flach nach Innen und findet Sven Heinrich, der trocken ins lange Eck weiterleitet. Es folgen weitere gute Chancen. Aber auch die ungute Erkenntnis, dass der heutige Gegner hier nichts herschenken will. Gut für den Sport, schlecht für Harxheim/Gau-Bischofsheim, dass seine Chancen nicht macht. Und dann beim dritten Angriff der Gegner in Gelb eine 3-fach-Fehlerkette in der Abwehr produziert, die am Ende einen eigen Spieler samt Widersacher so unglücklich in den Ball rutschen lässt, dass dieser am verdutzten Christian Horn vorbei zum Ausgleich ins Tor trudelt. Weitere wütende Angriffe der SG folgen, Weimer und Heinrich zweimal allein vor dem ausgezeichneten Gästekeeper, beide scheitern. Also muß wieder die Abwehr helfend eingreifen, diesmal die der Anderen, die Lust auf eine unnötiges und offensichtliches Foul an Dennis Weimer hat. Strafstoß, Sven Heinrich verwandelt so eiskalt wie der Regen. Zur Halbzeit steht ein 2:1, das viel Kraft gekostet hat und um ein Tor niedrig ausgefallen ist. Jetzt summen die Smartphones - was passiert im Fernduell? Noch eine Nervenprobe - Laubenheim wehrt sich beim Tabellenführer und Aufstiegsaspiranten TSG Bretzenheim verzweifelt und hält ein 0:0. Weiter in Nackenheim, aber hier spielen nach der Pause plötzlich erstmal nur noch die Trechtingshausener. Eine Ecke nach der anderen, ein Kopfball und ein Fernschuß streichen am Tor vorbei. 15, 20 Minuten lang lässt man den Gegner gewähren, dann entscheidet ein Freistoß von Jens Friedrich das Spiel. Blau spielt wieder stabil, das 3:1 wird ohne größere Aufregung über die Zeit gebracht und die Nachricht der späten Bretzenheimer Tore gegen Laubenheim macht die Runde. Gerettet? Höchstwahrscheinlich, aber die Spiele in Verbands- und Bezirksliga sowie die Aufstiegsrelegationen müssen abgewartet werden.